EUDR-Leitfaden für Geolokalisierungsdaten und die Kartierung der Lieferkette

Published On: August 1, 20255.3 min read

DieEU-Entwaldungsverordnung (EUDR) wird den Handel mit Rohstoffen wie Kaffee und Kakao in der Europäischen Union neu gestalten. Ab Ende 2025 müssen Unternehmen nachweisen, dass die von ihnen importierten Produkte nicht mit der Entwaldung nach dem 31. Dezember 2020 in Zusammenhang stehen.

Bei Daarnhouwer steht diese Verordnung im Einklang mit unserem langjährigen Engagement für Transparenz, Qualität und nachhaltige Beschaffung. Wir sehen sie nicht als Belastung, sondern als Chance, unsere Beziehungen zu den Lieferanten zu stärken und unsere Lieferketten zukunftssicher zu machen.

Vom Vertrauen zur Rückverfolgbarkeit: Eine neue Ebene der Details

Seit vielen Jahren stützt sich unser Beschaffungsmodell auf enge, vertrauensvolle Beziehungen zu Kleinbauern, Kooperativen und Exporteuren. Durch Zertifizierungen, Besuche vor Ort und lokales Wissen sind wir in der Lage, die Risiken der Entwaldung sorgfältig und verantwortungsvoll zu managen.

Die EUDR verlangt jedoch ein höheres Maß an Rückverfolgbarkeit. Wir müssen nun genaue Standortdaten, klare Parzellengrenzen und eine legale Dokumentation vorlegen, die den behördlichen Anforderungen entspricht. Das bedeutet, dass wir genau wissen müssen, wo der Kaffee oder Kakao jeder Lieferung angebaut wurde. Außerdem müssen wir nachweisen, dass auf oder in der Nähe dieser Flächen seit 2020 keine Abholzung stattgefunden hat.

 

Was die Lieferanten bereitstellen müssen: Geolokalisierungsdaten für jede Parzelle

Um die EUDR einzuhalten, muss Daarnhouwer für jede Parzelle, auf der Kaffee oder Kakao wächst, Geodaten übermitteln. Wir bitten unsere Lieferanten, diese Daten gemäß den technischen Anforderungen der EU zu übermitteln.

Was sind Geolokalisierungsdaten?

Geolokalisierungsdaten verwenden GPS-Koordinaten, um den genauen Standort einer landwirtschaftlichen Parzelle zu bestimmen. Das erforderliche Format hängt von der Größe der Parzelle ab:

Grundstücke unter 4 Hektar:
➤ Ein zentraler Punkt (Breiten- und Längengrad in Dezimalgraden, WGS84-Format)
Beispiel: Breitengrad: -1.946200, Längengrad: 36.832100

Grundstücke mit einer Größe von 4 Hektar oder mehr:
➤ Ein vollständiges Polygon (eine Reihe von GPS-Punkten, die die gesamte Grenze des Betriebs definieren)
➤ In der Regel zwischen 6-12 Punkte, um eine klare, geschlossene Form zu bilden

 

Wie unsere Zulieferer Geolokalisierungsdaten sammeln können

Wir wissen, dass nicht alle Erzeuger derzeit mit GPS-Geräten oder offiziellen Landvermessungssystemen arbeiten. Deshalb wollen wir unsere Lieferanten mit klaren, praktischen Anleitungen unterstützen. Geolokalisierungsdaten können entweder mit professionellen GPS-Geräten oder mit mobilen Anwendungen erfasst werden. Während Mobiltelefone häufig verwendet werden, bieten professionelle GPS-Geräte in der Regel eine höhere Genauigkeit und verringern das Risiko falscher Abholzungswarnungen aufgrund ungenauer Koordinaten.

Kostenlose Kartierungs-Apps wie Maps.me, Geo Tracker, MapIt GIS oder Open Data Kit (ODK) können insbesondere für Kleinbauern hilfreiche Werkzeuge sein. Für Lieferanten mit Zugang zu fortschrittlicheren Methoden können auch Drohnenkartierungen oder hochauflösende Satellitenbilder die Datenerfassung unterstützen.

Bei Parzellen, die kleiner als vier Hektar sind, ist das Verfahren relativ einfach. Die Person, die die Daten sammelt, sollte sich so nah wie möglich an den Mittelpunkt der Kaffee- oder Kakaoparzelle stellen und den Breiten- und Längengrad im WGS84-Koordinatenformat aufzeichnen. Diese zentralen Koordinaten müssen gespeichert und mit der entsprechenden Betriebskennung und Flächengröße versehen werden.

Bei größeren Parzellen - ab vier Hektar - müssen die Grenzen des gesamten Betriebs als Polygon kartiert werden. Dazu muss man um den Umfang der Parzelle herumgehen und in regelmäßigen Abständen GPS-Punkte aufzeichnen. In der Regel reichen sechs bis zwölf Punkte aus, um die Form genau zu definieren. Das Ergebnis sollte eine klare, geschlossene Form sein, die nur die für den Kaffee- oder Kakaoanbau genutzten Flächen widerspiegelt.

Unabhängig von den verwendeten Instrumenten müssen die Geolokalisierungsdaten genau mit dem tatsächlichen Anbaugebiet übereinstimmen. Die Koordinaten dürfen sich nicht mit Wohngebieten, Gewässern oder dem Land anderer Erzeuger überschneiden. Die Daten müssen im WGS84-Format vorliegen und als GeoJSON-, CSV- oder Excel-Dateien übermittelt werden.

Jede Parzelle muss eine eindeutige und dauerhafte Betriebs-ID haben, die in allen Berichten gleich bleibt. Erzeuger mit mehreren nicht zusammenhängenden Parzellen sollten jeder Parzelle eine eindeutige ID zuweisen, können sie aber unter einem Erzeugernamen zusammenfassen. Wir empfehlen, der Betriebskennung Buchstaben hinzuzufügen, um die Parzellen zu unterscheiden (z. B. FARM123-A, FARM123-B).

Indem sie diese Anweisungen befolgen, tragen unsere Lieferanten dazu bei, dass ihr Kaffee oder Kakao weiterhin auf den EU-Markt gebracht werden kann - und dass wir gemeinsam die Rückverfolgbarkeitsstandards der EUDR mit Vertrauen und Integrität erfüllen.

 

How We Use Geolocation Data: Satellite Validation with Osapiens

After receiving geolocation data from our suppliers, we verify that no deforestation has occurred on or near the reported plots. To achieve this, we partner with osapiens, an advanced, data-driven compliance and sustainability platform.

The osapiens platform combines high-resolution satellite imagery with automated risk assessment technology to continuously monitor land-cover changes and detect tree loss. When supplier GPS coordinates are integrated into the platform, it automatically cross-references the data against historical satellite feeds to flag any deforestation occurring after December 31, 2020—the critical cutoff date for the EU Deforestation Regulation (EUDR).

This technology allows us to seamlessly validate supplier data, map entire supply chains with precision, and instantly spot environmental risk hotspots. If osapiens flags an issue, we actively engage with the supplier to investigate, understand, and resolve the matter through collaborative action. Beyond immediate risk detection, the platform tracks long-term landscape trends, giving us a deeper, data-backed understanding of the ecosystems we source from.

By integrating osapiens into our workflow, we add a vital layer of automated assurance to our due diligence process. This partnership ensures strict EUDR compliance, mitigates supply chain risks, and strengthens Daarnhouwer’s ongoing commitment to global sustainability.

Ein gemeinsamer Weg nach vorn

Der Aufbau rückverfolgbarer, entwaldungsfreier Lieferketten ist eine Aufgabe, die wir nicht allein bewältigen können. Sie erfordert Partnerschaft, Offenheit und die Bereitschaft, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir wissen, dass einige Lieferanten vor Herausforderungen stehen - vor allem in abgelegenen Gebieten oder dort, wo die formale Landkartierung begrenzt ist. Deshalb gehen wir diese Arbeit mit Geduld, Flexibilität und dem festen Glauben an die Zusammenarbeit an.

Unser Prozess entwickelt sich Schritt für Schritt. Wir beginnen damit, die bereits vorhandenen Daten zu erfassen. Dann stellen wir fest, wo Informationen fehlen. Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir daran, diese Lücken zu schließen - wir sammeln, überprüfen und verfeinern die Daten, bis wir ein vollständiges, genaues Bild haben. Auf diesem Weg lernen wir mehr über die Realitäten vor Ort und darüber, wie wir uns gegenseitig beim Aufbau von Lieferketten unterstützen können, die nicht nur den Vorschriften entsprechen, sondern auch widerstandsfähig, integrativ und zukunftsfähig sind.

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